Freitag, 11. Mai 2007Erkennungsdienstliche Behandlung Ah, wie schon vermutet, der Kompromiss ist da, die SPD hat sich wacker geschlagen.Fingerabdrücke werden nun doch nicht im Amt gespeichert, sondern nur im Pass und dann vernichtet. Online abfragbar sind sie damit natürlich auch nicht und ohne Speicherung werden die Begehrlichkeiten "wenn wir die Daten haben, wäre es doch unverantwortlich sie nicht für ... einzusetzen" nicht so schnell auftauchen. Dieser am Donnerstag von Peter Struck und Volker Kauder gefundene Kompromiss entspricht in dieser Hinsicht zufällig dem Kompromiss vom Dezember der dann zum Regierungsentwurf für das neue Passgesetz wurde: Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble erklärte hierzu: Schön wenn ein Gesetz so langfristig über mehrere Monate wirklich durchhält. Das Bild wird allerdings schon online abrufbar sein. Man musste halt einen Kompromiss finden. Wird sicher interessant im Herbst. Hoffentlich findet die Abdruckscannerei halbwegs technisch modern statt. Stempelkissen und Papierstreifen bleibt in der Vorstellungswelt der Bürger doch irgendwie dem gemeinen Verbrecher vorbehalten. So möchte man ja nicht behandelt werden. Langer Atem
Gerade gefunden in Heribert Prantl: "Deutschland leicht entflammbar" von 1994:
Die Pläne des CDU/CSU-Fraktioinsvorsitzenden Wolfgang Schäuble gehen dahin, das Militär als Notpolizei gegen Demonstranten und Asylanten einzusetzen. Die strikte Trennung von Polizei, Militär und Geheimdiensten war eine Lehre aus der Nazi-Vergangenheit. Mit gutem Grund hatte der sogenannte Polizeibrief der Besatzungsmächte vom 8. / 14. April 1949 vorgeschrieben, die Verfassungsschutzbehörde dürfte "keine Polizeibefugnis" erhalten: Nie mehr sollte ein neues Reichsicherheitshauptamt entstehen können, wie es die Nationalsozialisten 1939 eingerichtet hatten. Diese Trennung war und ist keine Frage papierener Begrifflichkeit; sie hatte und hat einen tieferen Sinn: Eine der demokratischen Kontrolle entzogene Polizei sollte es nicht mehr geben. Doch trotz der Erfahrungen mit der Geheimen Staatspolizei des NS-Staates und mit der Staatssicherheit der DDR: Mahnungen und Warnungen verhallen. Auch das gehört zur Entsorgung der Vergangenheit. Das muss man also dem Innenminister lassen: Der Mann hat Ausdauer und geht einen geradlinigen Weg. Mich ärgert ja, dass ich überhaupt keine Erinnerung an den Schäuble dieser Zeit habe. Irgendwie ist da eine Lücke zwischen dem Attentat auf ihn 1990 und der Spendenaffäre 2000, vielleicht noch eine kurze Erinnerung an die Wahl 1998. Dabei war er seit 1991 Fraktionsvorsitzender, sollte also schon Spuren im Gedaächtnis hinterlassen haben. Vielleicht war der Blick auf seine innenpolitischen Ansichten vom recht dominanten Auftreten des damaligen Innenministers und Finanzagenten Manfred Kanther so verstellt. Aber immerhin, man hätte schon vor 13 Jahren wissen können, was der Mann so für Vorstellungen hat. Das Zauberwort, das man damals benutzte um Gesetze zur Stärkung der Polizei und Geheimdienste durchzubringen hiess übrigens "Organisierte Kriminalität". Den einheimischen Terrorismus glaubte man zu dieser Zeit überwunden und vom internationalen hatte man noch zu wenig Vorstellungen, um die Öffentlichkeit damit erschrecken zu können. Gipfeltreffen
George W. Bush senior und Michail Gorbatschow haben sich im Dezember 1989 bei Malta getroffen, um die neue Weltlage nach dem deutlich werdenden Abbröckeln des Ostblocks zu bereden. Das Treffen fand auf dem Meer statt, Bush sass auf dem Lenkwaffenkreuzer USS Belknap und Gorbatschow auf dem Kreuzfahrtschiff Maxim Gorki. Es war zwar etwas schwierig, bei schlechtem Wetter den Gesprächspartner zu besuchen, aber es hat geklappt und so gabs auch fürs Publikum spannende Momente beim Blick auf meterhohe Wellen.
Das Treffen endete mit der offiziellen Beendigung des Kalten Krieges auf der Abschlusspressekonferenz. Ich finde, das Konzept hat Zukunft. Für die 92 Millionen Euro, die die Sicherheit des G8-Gipfels an der Ostsee kosten wird, könnte man sicher auch eine schöne kleine Yachtflotte chartern. Ausserdem müsste die Bundeswehr nicht in Regimentsstärke die Donnerstag, 10. Mai 2007Kein Upload mehr bei PHP5
Notiz für zukünftige Updates von PHP4 auf PHP5:
Wenn Wordpress statt ein Bild hochzuladen nur die Meldung "Konnte die Datei nicht auf die Festplatte kopieren" bringt, dann muss man die Variable upload_tmp_dir in der php.ini oder der Apache-Konfiguration definieren und dafür ein Verzeichnis anlegen, das innerhalb von "open_basedir" liegt. open_basedir /home/www/schnipsel upload_tmp_dir /home/www/schnipsel/temp wäre da zum Beispiel eine gute Kombination. Der Letzte Nachfahre Dan Brown hatte vermutlich beim Da Vinci Code doch recht. Wie auch andere anerkannte Experten der Unterhaltungsbranche herausgefunden haben, gibt es einen letzten Nachfahren Christi!Welchen Sinn sollte es sonst haben, die Tränen der Weinenden Madonna von Heroldsbach einer DNA-Analyse zu unterziehen? Zur Echtheitsprüfung taugt das nicht. Eine Gottheit, die in ihren Erscheinungen auf derart feinsinnige Formen zurückgreift wie ein feuchtes Gesicht einer Statue wird die Zweifler nicht unbedingt durch ihr Erbgut ("weiblich, 2000 Jahre alt, östlicher Mittelmeerraum") bekehren wollen. Hätte sie das nötig, könnte sie ausdrucksstärkere Auftritte veranstalten. Sie hat ja schliesslich auch in der Vergangenheit in Heroldsbach durchaus deutlichere Gestalten angenommen und ist ab 1949 jahrelang dutzenden von Menschen in Begleitung ihres Sohnes sowie Massen von Heiligen erschienen. All das hat die Amtskirche nicht dazu bewegen können, den Ort als heilig anzuerkennen. Im Gegenteil: Fast 50 Jahre lang war der Erscheinungsort eine der wenigen Stellen, zu der man bei Gefahr der automatischen Exkommunikation nicht pilgern durfte. Erst 1998 wurde dort ein Pilgerheim errichtet, um die Pilgerei in geordnete Bahnen zu lenken, und der Ort als Kirche, allerdings nicht als offizieller Erscheinungsort anerkannt. Als Gegenbeweis ist das Mittel auch untauglich. Selbst wenn ein Scherzbold der Muttergottes eine eigene Träne untergejubelt haben sollte, ist es ja unwahrscheinlich dass der Übeltäter in einer der zahlreichen Gendatenbanken gespeichert ist. Eine Massenuntersuchung von Speichelproben der Gläubigen des Umkreises wird vermutlich auf heftige Widerstände stossen. Ausserdem ist eine Gottheit nicht darauf angewiesen, sich überhaupt in Form von "echten" Tränen zu manifestieren. Es ist ihr gutes Recht, jede beliebige Flüssigkeit zu wählen. Auch Männerblut würde dem wahren Gläubigen ausreichen, im Gegenteil, manche würden gerade das als besonderes Wunder betrachten. Es kann also nur darum gehen, sich Vergleichs-DNA zu beschaffen, um etwaige Nachkommen der Jungfrau Maria zu identifizieren! Das bisherige Material ist einfach zu unsicher. Sowohl Maria als auch Jesus sind "leiblich", also komplett mit Körper, in den Himmel aufgefahren. Vermutlich wussten sie einfach, was Reliquienhändler späterer Zeiten mit Heiligenkörpern anstellen, um sie möglichst grossflächig vermarkten zu können. So blieben lediglich stark mit Fremd-DNA kontaminierte Schweiss- und Grabtücher mit eventuellen Blutspuren und ein paar Reste des Körpers wie Haare, Milchzähne und Nabelschnüre übrig. Die wurden allerdings im Mittelalter so geschickt unter den gutgläubigen Gläubigen verhökert, dass es heute unmöglich erscheint, die richtige unter den vielen Heiligen Vorhäuten zu finden. Was die Kirche dann allerdings mit einem identifizierten Nachkommen anfangen will, bleibt ihr Geheimnis. Wir wissen nicht, ob Dan Brown recht hat und sie ihn beseitigen wollen, oder eher Kevin Smith und sie ihn benötigen, den Weltuntergang zu verhindern. Die Tatsache, dass nicht die üblichen Bösewichte aus "Sakrileg" das Opus Dei oder die Jesuiten die Tränen gesichert haben, sondern ein in der Beziehung eher unverdächtiger Augustiner-Chorherr lässt eher auf gute Absichten schliessen. Die Polizei und die Gerichtsmedizin in Erlangen hat ihre Mithilfe bei der Untersuchung übrigens verweigert. Der zuständige Erzbischof von Bamberg hat einen Kirchenrechtler als Ermittler eingesetz, der ein nicht genanntes Labor mit der Untersuchung der Flüssigkeit beauftragt hat. Nach Abschluss der Untersuchung, die natürlich nicht nur die Tränen, sondern auch alle sonstigen Indizien und Zeugenaussagen umfasst, bekommt den Bericht der Bischof. Vielleicht erfährt man dann näheres. Der oben erwähnte Augustiner, Pater Dietrich von Stockhausen, der die Pilgerstätte auf dem Berg betreut, scheint übrigens auch skeptisch: "Wenn uns der Himmel ein Zeichen geben will, dann doch eines, das wir verstehen können - und nicht so ein vages, das leicht zu manipulieren ist." -- Naja... Nachtrag 21.12.: Sie hat nicht geweint, Der Untersuchungsbericht ist seit 30.11. bekannt: Auch die Analyse eines Taschentuches, mit dem die wundersame Flüssigkeit aufgefangen wurde, habe keine Anhaltspunkte liefern können, dass es sich um Tränenflüssigkeit handele: Die Rückstände seien für eine verwertbare Untersuchung nicht ausreichend gewesen, hieß es in Bamberg.
« vorherige Seite
(Seite 114 von 131, insgesamt 652 Einträge)
» nächste Seite
|
KategorienVerwaltung des BlogsSuche |