Sunday, 24. January 2010Eine Frage der WortwahlNennt man seine Spielzeugflugzeuge "Drohnen", klingt das gleich nach Überwachung und alle fühlen sich bedroht und malen Orwell an die Wand. Geschickte Leute nennen ihre Polizeidrohne "SensoCopter", gestalten sie bewusst niedlich und leicht und lassen sie schon seit zwei Jahren über sächsischen Fussballstadien kreisen. Das ist gut, weil "Jetzt geht's Hooligans an den Kragen". Dass das Ding zumindest im ersten Jahr nichts verwertbares an Fotos brachte, ist dabei nicht so wichtig, weil von ihm geht eine generalpräventive Wirkung aus:
Friday, 15. January 2010Dunkle Geschäfte
Es ist aber auch fies. Zu jedem Kopf ohne oder mit Bart findet man einen europäischen König oder Schriftsteller, den man auf eine gleichgrosse Münze in ähnlicher Farbe prägen könnte. Kaiser und Göttinnen wären ja leicht am Schnurrbart zu unterscheiden selbst bei ähnlicher Frisur, aber bei Nacht... Wir behalten sie mal, auf dem Bild sind Devisen für 61 Cent abgebildet. Vielleicht ändert sich der Kurs ja noch deutlich und wir können beim Türkei- oder Brasilienurlaub die Einheimischen übers Ohr hauen. Tuesday, 29. December 2009Nicht mehr nackt?
Über die ethische und ästhetische Problematik beim Einsatz dieser Kisten kann man ja unterschiedlicher Meinung sein. Die Aussagen unserer FDP-Politiker zu den Scannern lassen sich aber ganz schwer mit meiner Vorstellung in Übereinstimmung bringen: Der Parlamentarische Geschäftsführer Jörg van Essen sagte dem WDR, die Ablehnung seiner Partei habe sich nur gegen die erste Generation der Geräte bezogen, weil dort der Eingriff in die Intimsphäre im Vergleich zum Sicherheitsgewinn zu groß gewesen sei. Inzwischen gebe es aber eine Weiterentwicklung der Geräte, sagte van Essen. Unser Bundesdatenschutzbeauftrager hatte bislang offenbar ähnliche Vorstellungen von diesen Scannern: Mich auch... Nachtrag 30.12.: Unser Innenminister konkretisiert heute das ganze. Zukünftige Entwicklungen (also welche, die es noch nicht gibt, das müssen also andere Geräte als die vom Herrn van Essen sein) werden nur so eine Art "Strichmännchen" zeigen. Alles ausser Waffen wird von dem Gerät versteckt, nur gefährliche Dinge werden dem Kontrolleur gezeigt. Das alles sei schwierig, aber "wenn es gelingt ein wirklicher Fortschritt". Allerdings spricht der Minister im gleichen Interview von "Millimeterhertz-Wellen". Falls das kein Fehler der Süddeutschen Zeitung ist, lässt das gewisse Zweifel daran aufkommen, dass er ausreichend und verständlich über die technischen Neuerungen unterrichtet wurde. (Bild aus der flickr-Sammlung von Quasimondo, unter CC-BY-NC-Lizenz) Tuesday, 22. December 2009Es ist still geworden im www
Das haben wir nun davon, dass wir Werbeblocker einsetzen, Scriptverhinderer, Sperrlisten: Nun sehn wir die schönen animierten gifs nicht mehr, die zur Weihnachtszeit einfach dazugehören. Kein glöckchenklingelndes Rentier verfolgt noch unsere Maus und lässt die CPU ordentlich heizen in diesen kalten Tagen, kein Nikolaus grüsst lustig vom unteren Browserrand und verhindert das scrollen. Kein Schnee fällt und keine Sterne glitzern. Es ist so still... (Bild von Free Gifs and Animations, einer muss es ja machen!) LizenzwirrwarMir ist es erst aufgefallen, als ich den Bildnachweis für den vorherigen Artikel getippt hab, hätte nie gedacht, dass ich so schnell zum Raubkopierer werde. Das Bild hier war ein Lizenzverstoss:
Ich versteh zunehmend besser das Problem mit diesem SA-Teil ("share alike") der creative commons-Lizenz. Auch warum seit langer Zeit bei Openstreetmap darüber diskutiert wird. Man gerät einfach zu schnell in die Falle. Andererseits seh ich auch keine Lösung. Der Ausschluss kommerzieller Nutzung ist verständlich. Wenn Leute was für umsonst hergeben, wollen sie auch nicht, dass jemand anderes damit Geld verdient. Die Freigabe für beliebige Nutzung ist aber ebenso verständlich, vor allem weil man sich dann den Streit um die Frage sparen kann, was genau "kommerzielle Nutzung" ist. Für den vorliegenden Fall wird sich auch bei einem Lizenzwechsel nicht viel ändern. Da geht es in erster Linie um die Lizenz der Datenbank, nicht der daraus erzeugten Bilder. Die Bilder sollen zukünftig (also falls die neue Lizenz Zustimmung findet) beliebig lizenzierbar sein und nach allem was man so hört, wird wohl der Kartenserver weiterhin cc-by-sa ausliefern. Falls jemand etwas anderes wünscht, kann er sich in Zukunft anders lizensierte Karten selber aus der Datenbank erzeugen. Kein Problem für einen kleinen Stadtplan oder diese Briefmarke da oben, aber die Resourcen für die Herstellung und die Bereitstellung einer Weltkarte haben die wenigsten Hobby-Karthographen rumstehen. Ich hab jetzt zwei Bilder draus gemacht und alles ist wieder gut. Lustigerweise ist die Seite mit den beiden Karten völlig ok. Zwei getrennte Frames mit je einem Bild ist ja noch kein zusammengesetztes Werk und ausser durch Bildschirmkopie wird auch keines draus. Selbst eine Überlagerung gilt allgemein als unbedenklich, z.B. Luftbilder von Google mit getrennt zuschaltbaren Strassen eines anderen Anbieters. Nur ein gemeinsames Bild draus basteln ist nicht drin.
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