Saturday, 15. November 2008Mehr Medienkompetenz!
Wenn ich als linker Hinterbänkler mal ganz gross rauskommen wollte, würde ich wikipedia.de per Einstweiliger Verfügung abschalten lassen.
Nur so könnte ich sicherstellen, dass im deutschen Internet wirklich intensiv darüber diskutiert wird, was einen auf 5 Jahre "verlängerten Wehrdienst beim MfS als Personenschützer" von einer Festanstellung bei der Stasi unterscheidet. Ausserdem würde sich so auch endlich ein breites Publikum für Artikel aus den Lübecker Nachrichten interessieren, wo die falsche Behauptung aufgestellt wird, ich würde meinen Ex mit SMSen bedrohen und deshalb sei meine Immunität als Bundestagsabgeordneter aufgehoben worden (was ebenfalls nicht stimmt). Bisher waren die Lübecker Nachrichten vermutlich eher regional von Bedeutung. Ausserdem könnte ich damit gut zeigen, dass ich zwar ganz toll in der Wikipedia meinen eigenen Eintrag redigieren kann, aber null Ahnung davon hab, wie die Wikipedia funktioniert. Die Artikel liegen ja nicht bei wikipedia.de sondern bei de.wikipedia.org, und um die abzuschalten bräuchte ich einen amerikanischen Richter. Friday, 14. November 2008Echt mystery
Ich muss in ein Zeitloch gefallen sein...
Gerade hab ich auf Pro 7 noch den letzten gesprengten Drachenschädel in Die Herrschaft des Feuers explodieren sehn. Danach kam dann Galileo Mystery und ich hab mich schon so auf die Experten gefreut, die mich durch die Welt der Drachenbeschreibungen von grauer Vorzeit bis zu der Parallele mit den Ufosichtungen führen würden. Im Gewölbe mit schönen alten Drachenbildern von alten Landkarten, stets wissenschaftlich raunend und mit tollen Computersimulationen, die mir beweisen würden, dass sowas wie Drachen garnicht fliegen konnten. Stattdessen irgendwas mit Wunderheilern. Dabei war doch bisher immer so passend bei den Galileos: Nach Religion kommt "Bibelcode", nach Werwolf gehts ins Gévaudan und nach Dracula kommt unweigerlich die nachgespielte Szene einer Vampiruntersuchung im 18. Jahrhunderts. Diesmal nicht, wirklich mysteriös, fast so, als sollte da etwas verschwiegen werden... Dabei hätte man auf Vorlagen zurückgreifen können. Wie zu allen Galileo Mystery-Themen gibts auch dazu ein P.M. Special. Thursday, 13. November 2008UNIFIL, UNOMIG, EUBAM und ISAF
Spiegel-Online berichtet über die überraschend hohe Zustimmung zum Afghanistaneinsatz der Bundeswehr. Laut einer Umfrage der Bundeswehr, was mich dann wieder weniger überrascht.
Das Bundeswehr-Institut wundert sich über den geringen Wissensstand der Bevölkerung über die Einsätze: Mehr als die Hälfte der Befragten hat noch nie von der Mission der Nato-Schutztruppe Isaf gehört oder weiß nichts Konkretes dazu. Ich glaube sie überfordern uns. Ich hab nachgeschaut, die Streitkräfte engagieren sich derzeit bei "Active Endeavour", "Enduring Freedom", EUFOR, ISAF, KFOR, UNIFIL, UNOMIG, UNMEE, UNMIS und UNAMA. Die Bundespolizei beteiligt sich derzeit an UNMIL, UNAMID, EUPM, EUPT, EUAMIS, "EU BAM Rafah", "EUPOL COPPS", "EU BAM" und "EUPOL AFG". Beendet wurden in den letzten drei Jahren die Einsätze für EUPAT, "EU AMIS" und "EUPOL Proxima". Da kann man schonmal durcheinanderkommen. Zum Glück können das die Leute in den Engagementgebieten immer gut unterscheiden. Nicht dass sie mal bei einem Anschlag Nationalität und Operationsname verwechseln: Die ISAF-Leute zum Beispiel sind die eher defensiven, die dabei helfen Afghanistan zu stabilisieren. Die Enduring Freedomer waren die aggressiveren Afghanistan-Kämpfer des KSK, die den Amerikanern dort beim Terroristenjagen helfen sollten, ausserdem gehören die Soldaten der Marine am Horn von Afrika dazu. Neues BKA-Gesetz
Der Bundestrojaner ist jetzt wohl erstmal beschlossene Sache, gestern ging er durch den Bundestag und der Bundesrat wird wohl kein Problem, selbst wenn sich die Länder mit FDP-Regierungsbeteiligung enthalten. Das nächste wirklich wichtige Wort wird dann das Verfassungsgericht sprechen.
Vielleicht sollten wir dieses Verfahren automatisieren. Bisher müssen die Kinder in der Schule immer dieses Schema unserer Gesetzgebung lernen. Dabei kommt dort weder der "Koallitionsausschuss" bei der Initiative noch das Verfassungsgericht bei der Verabschiedung vor. Dabei landet doch jedes Gesetz mit ein bisschen öffentlicher Aufmerksamkeit in Karlsruhe. Bisher können wir uns da immer auf den Herrn Baum von der FDP verlassen, der klagt dann schon dagegen. Aber was, wenn der mal krank ist oder sonst irgendwie ausfällt? Die Regierung ist sich ja sicher, dass Karlsruhe nichts am Gesetz zu mäkeln hat, nichtmal an der "Überprüfung" des privaten Kernbereichs durch drei Bundeskriminalbeamte (wovon einer das Amt des "Datenschutzbeauftragten" des BKA bekleidet). "100%" sagt Herr Schäuble und "Millimetergenaue Umsetzung der Vorgaben aus Karlsruhe" sagt Herr Wiefelspütz. Man wird sehen, die Mehrheit der Parlamentarier lag ja auch beim Luftsicherheitsgesetz mehrere Meter neben der verfassungsmässigen Ordnung und die Vorratsdatenspeicherung wird auch ein paar Prozentpunkte ihrer Grundgesetztreue verlieren. Beim Lesen des Protokolls fällt mir auf, dass ausschliesslich gute Reden voller Sorge um Freiheit und Bürgerrrechte gehalten wurden. Fast jeden Absatz kann man unterschreiben, unabhängig vom Redner. Der einzige Unterschied ist, dass man den einen glaubt und den anderen nicht. Tuesday, 11. November 2008Internet per PostMeistens kommt Werbung für Internetbenutzer per Einblendung in Homepages oder per Mail. Finden ja auch alle praktisch, die Verbraucher haben gleich was zum draufklicken und die Werber kostet es nicht viel. Ist natürlich schlecht für Unternehmen, die eigentlich Briefe zustellen wollen, die echten, aus Papier. Aber auch für die gibt es jetzt eine clevere Lösung. Die Deutsche Post hat nämlich die clevercard erfunden. Da bekommt der Verbraucher einen Brief und soll eine Postkarte zurückschreiben. Und dann kommt per Post eine Ding zurück, das etwas grösser ist als eine Zigarettenschachtel und das soll er an seinem USB-Anschluss einstecken. Danach bekommt er gelegentlich weitere Briefe mit "clevercards", das sind Karten aus speziellem gemusterten Papier. Die kann er in diesen Kartenleser stecken und schon öffnet sich ein exklusives Internetangebot für ihn. Genau so als ob er einen Link in der Werbemail angeklickt hätte.Das ist auch keine Internetsimulation oder so, mit einer "Homepage" auf der Karte, die Werbung ist echt online im Internet. Vermutlich mit Sonderkonditionen für die Clevercardbesitzer, so wie es andere Anbieter halt auch für bestimmte Kundengruppen anbieten. Ich hätts mir gerne zuschicken lassen, aber es geht nur mit Windows und ausserdem ist zwingend eine deutsche Tastatur nötig (?). Ich hätte gerne verfolgt, wie sich so eine grossartige Idee weiter durchsetzt und wäre gerne von Anfang an dabei gewesen.
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