Mittwoch, 21. Februar 2007Aschermittwoch
Wer kam eigentlich auf die Idee, unmittelbar nach dem Kehraus, dessen Verfilmung mit Gerhard Polt kein bisschen übertrieben ist, eine Politshow zu veranstalten?
Beeindruckend fand ich ja die Vergesslichkeit der Union. Statt sich zu erinnern, wer in Kreuth und München den Chef so lange bearbeitet hat, bis er abgedankt hat, wird die ganze Schuld in Fürth gesucht. Aus Spiegel-Online: Pauli jedenfalls, die Landrätin aus Fürth, die die CSU aufgemischt und das Ende der 14-jährigen Ära Stoiber mit eingeleitet hat - sie stellt sich der Basis. Kaum hat sie die Halle betreten und die Kameras auf sich gezogen, erschallen Rufe: "Pauli raus, Pauli raus!" Lächelnd bahnt sie sich den Weg zum Podium. "Schicksdi doch hoam!", ruft einer. Ein anderer schreit ihr entgegen: "Schöne Frau, sonst nix." Wir bleiben dabei, die bringens noch so weit, dass er bleibt. Dann wollen wir aber kein Gejammer hören. Ein Zitat von Ludwig Stiegler, der in Vilshofen bei der SPD reden durfte, find ich schön: "Das wird ein fröhliches Hochamt im Gegensatz zu dem Requiem in Passau, wo die Leiche ihren eigenen Nachruf sprechen darf.“ Franz Maget triffts auch, irgendwie: "Der politische Aschermittwoch in Passau wird heute zum Mekka der Heuchler und der Scheinheiligen" Nachtrag 22.2.: Inzwischen kann man auch die Rede des Ministerpräsidenten runterladen. Es fehlt natürlich die Stimmung und ohne Bierdunst erscheint das eine oder andere vielleicht in falschem Licht, aber wer sichs antun will, findet bei den CSU-Downloads den ganzen Text. Von der Begrüssung Ein ganz "Herzliches Grüß Gott!" in Passau. bis zum Schluss Unser Herz schlägt für die CSU! Unser Herz schlägt für Bayern! Gott segne unser Bayern! Der Vorsitzende versteht anscheinend nicht recht, warum er zurücktreten soll. Auch sein Kumpel Putin, dessen Geheimdienst zwischen zwei Liquidierungen Zeit fand, sich um Lokalpolitik zu kümmern, konnte ihm da nicht weiterhelfen (Hervorhebungen im Original): Liebe Freunde, Übrigens auch am Mittwoch wieder die gröbliche Missachtung seines Vorgängers, es scheint fast, als gäbe es eine kollektive Verdrängung der Ära Streibl. So schlimm war ja eigentlich die Amigo-Affäre auch nicht, dass man den armen Kerl zur Unperson erklären muss: Meine Politik stand immer in der Kontinuität von 60 Jahren CSU, von Goppel, von Strauß. Mein Ziel war immer: das Erbe von Strauß nicht nur zu verwalten, sondern zu mehren. Doch kein SpieleverbotZum Pornoverbot haben sie anscheinend garnichts gesagt, das war ja auch eher eine unerwünschte Nebenwirkung des Beckstein'schen Aktionismus. Bei der Gewaltverherrlichung fanden sie den bisherigen §131 wohl einfach ausreichend. In Sachsen, dem anderen Freistaat, verletzt Gotcha übrigens nicht die Menschenwürde. Dort dauert es zwar über 4 Jahre, bis ein Gericht ein Landratsamt davon überzeugen konnte, aber inzwischen weiss man dort, dass man in Bautzen eine Halle zum Spielen betreiben darf. Und sonst? T-Online und Arcor speichern IP-Adressen ihrer Kunden nur noch für eine Woche, steht bei Heise, sehr zum Leidwesen interessierter Strafverfolger und Urheberrechtsgeschädigter. Manche finden, auch das sei noch zu lange, schliesslich darf man ohne Grund ja eigentlich nichtmal eine Sekunde lang speichern. Andererseits soll man den Providern ja schon noch eine Chance geben, Fehler zu suchen und 1 Woche halte ich auch auf diesem Server für einen guten Kompromiss. Freitag, 16. Februar 2007Schecks aus Nigeria
Diese Briefe aus Nigeria kennt ja jeder, der ab und zu seinen Mailmülleimer anschaut. Irgendein Nachlassverwalter oder die Witwe eines verstorbenen Diktators muss Geld ausser Landes bringen und wendet sich hifesuchend an Besitzer von Girokonten:
Dear Sir, Bisher hab ich gedacht, die wollten sich an meiner Bearbeitungsgebühr für die dann nicht erfolgende Überweisung bereichern oder mich nach Lagos locken um mich dort auszurauben. Aber die zahlen wirklich! Nur halt nicht mit echten Schecks: Aus dem Polizeibericht vom 8.2.07: Ende Januar fiel dem Zoll am Flughafen in Köln bei der Überprüfung einer Warensendung aus Nigeria ein verdächtiges Kuvert auf. Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie den Inhalt näher betrachteten: Es handelte sich um mehrere total gefälschte Blankoschecks verschiedener ausländischer Banken, die offensichtlich dazu bestimmt waren, vom Empfänger weiter verteilt zu werden. Die Schecks waren z.T. über mehrere hunderttausend US-Dollar ausgestellt, bei einigen war das Betragsfeld noch leer.
Geschrieben von Max
in Beiläufiges
um
12:46
Donnerstag, 15. Februar 2007sportlich
Die CSU muss ihre Meinung zu Gewaltsportarten vermutlich nochmal überdenken. Heute war nämlich Erwin Huber in Quer zu Gast und hat dabei mehrfach den Ausdruck "sportlicher Wettbewerb" angebracht, wenn die Rede auf Konkurrenzkampf, Kampfabstimmung oder ähnliches kam. Mit diesem Begriff umschreibt er sowohl sein derzeitiges Verhältnis zu Horst Seehofer als auch sein damaliges zu Günther Beckstein.
Wir erinnern uns, damals als Stoiber nach Berlin gehen wollte, weil Deutschland ihn brauchte, um Superminister für Wirtschaft und Finanzen zu werden, gabs Streit um seinen Ministerpräsidentenposten. Ein zweites Amt war nicht zu vergeben, beide wollten unbedingt aufsteigen und haben sich so weit überworfen, dass sie ausschlossen, unter dem jeweils anderen noch Minister bleiben zu können. Ansonsten hat er sich gut als Parteichef vorstellen können, als jemand, der in seiner Person die ganze Bandbreite einer Volkspartei repräsentiert. Er hat sowohl Kontinuität erwähnt als auch "Laptop und Lederhose" gesagt, auf seine jahrelange Erfahrung als ehemaliger Umweltpolitiker und noch aktiver Kommunalpolitiker hingewiesen, von seiner Wirtschaftsnähe erzählt und auch noch fallen lassen, dass er aus kleinen Verhältnissen stammt. Bei seinen interviewten Parteigenossen fand ich interessant, dass ihn einer in die direkte Nachfolgelinie Strauss - Stoiber - Huber gestellt hat. Ich hab das auch erstmal so gesehen, erst bei längerem Nachdenken fiel mir auf, dass da eine Lücke von 5 Jahren klafft. Nicht klicken!
Ich sags doch auch immer... Mindestabnahme sind übrigens 30 Stück Viagra für $145. Ist also eher für regelmässigen oder gewerblichen Einsatz interessant.
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