Sunday, 16. November 2008Ortungsgeräte in Google Maps
Bei meiner Lektüre der neuen Lizenzen für Google Maps fällt mir noch ein Punkt auf:
9.2 Reporting. You must implement those reporting mechanisms that Google has set forth and may update from time to time in these Terms and in the Maps APIs Documentation. For example, as specified in the Maps API Documentation, you agree to provide reports to Google if your Maps API Implementation enables a device to detect its own location through use of a sensor (including but not limited to GPS, cell triangulation, WiFi or similar functionality) to display the location of the device on a map or to calculate a route. Zukünftige Programme werden ja irgendwelche Ortungssysteme auslesen können um festzustellen, wo der Benutzer sich gerade aufhält. Das W3C hat die Schnittstelle schon spezifiziert, Firefox hat Ansätze davon als Plugin (allerdings noch ohne Schnittstelle zu Ortungsgeräten), Microsoft wird die Schnittstellen in sein neues Windows einbauen. Und Google will davon natürlich profitieren und zwingt die Entwickler von Maps-Anwendungen dazu, ihm auch zu sagen, dass der Nutzer gerade einen Punkt darstellt, der per GPS geortet wurde. Die Idee dahinter ist schon klar: Ein per GPS oder WLAN oder Mobilfunk verorteter Landkartennutzer ist bereits an dem Ort, den er anzeigt. Der will also Werbung und Wegweiser zu Kneipen, Museen und Toilettenhäuschen. Einer der nur so nach dem angezeigten Ort sucht, will sicher Werbung für Hotels und Flugreisen dorthin. So gibts natürlich auch tolle Bewegungsprofile der Benutzer. Aus den Cookies der Suchmaschine oder dem GMail-Account erfährt Google, wer der Benutzer ist. Aus der eingebauten Ortsmeldung erfährt Google, wo er ist und die Karten-Anwendung erzählt, ob die übertragene Koordinate der Phantasie des Nutzers entspringt oder echt gemessen wurde. Ob das eine grosse Verschlechterung ist, kann ich nicht beurteilen, man könnte auch jetzt schon vermuten, dass User, die sich mit 3 km/h bewegen, auf ihrem Monitor vermutlich eine Karte darstellen, die sie wirklich ablaufen. Dumm ist es allerdings für Entwickler von Google Maps-Anwendungen. Die sollen neuerdings wissen, ob ihr Nutzer sein GPS gerade eingeschaltet hat oder nicht. Mit meinem schönen Geocounter kann ich in Zukunft dann auch einpacken. Wenn sich durchsetzt, dass jeder Browser jeder besuchten Homepage mitteilen, wo er gerade ist, erübrigt sich der langwierige und fehlerbehaftete Schritt über die Auflösung der IP-Adressen per Datenbank. Dann muss ich mir ein anderes Hobby suchen. Neue Lizenzen für Google Maps
Google hat vor drei Tagen seine Lizenz für den Landkartendienst geändert. Ganz schön schwierig, immer auf dem Laufenden zu bleiben, wenn man sowas legal nutzen möchte. So richtig legal kann man dabei eh nicht bleiben, weil schliesslich behauptet man bei der Nutzung, dass man die Bedingungen verstanden hätte. Kann ich ehrlich gesagt von mir nicht behaupten, mein Englisch ist einfach zu schlecht. Mich beruhigt allerdings, dass auch die englischsprachigen Entwickler von Kartendiensten Schwierigkeiten haben, die Worte der Googleschen Rechtsabteilung zu interpretieren.
Mich treffen die neuen Regeln anscheinend nicht, aber Leute, die wirklich sinnvolle Dinge mit Karten anfangen und deren Betrieb als Dienstleister davon abhängt, könnten schon über Punkt 11.1 der Lizenz stolpern. Dort gebe ich Google das Recht, sämtliche Daten, die ich über Google Maps darstelle auch selbst zu verwenden und an Geschäftspartner weiterzuverhökern. Damit kommt Google schon ziemlich nah an die Lizenzbestimmungen von OpenStreetMap ran, eigentlich ein schöner Zug, ich steh ja auf freie Software und freie Geodaten. Der Unterschied ist eigentlich nur noch dass bei OSM jeder meine Daten nehmen kann, während das bei Google auf jeden Geschäftspartner von Google beschränkt ist. Falls ich also mal eine Seite bastel "Die schönsten Stellen, das Matterhorn zu fotografieren" und dazu Google Maps verwende, kann Google selbst so einen Reiseführer rausbringen oder meine Fotopunkte an beliebige andere Firmen verkaufen. Bisher musste ich lediglich damit rechnen, dass Google Werbung für Pensionen, Fotofachgeschäfte und Restaurants in Zermatt in meinem Fotoreiseführer einblendet. Wäre ja auch kein Problem für mich, solange ich nicht selbst Pensionswirt bin. Richtig schlimm wirds für Seitenbetreiber, die für andere solche Dienste anbieten. Vielleicht Matterhornpunkte, oder Biketouren, schöne Badestrände oder Kneipenführer. Die müssten nämlich Google gegenüber versprechen, dass sie selbst alle Rechte besitzen um sie an Google weiterzugeben. Die Rechte haben sie in der Regel aber nicht, wenn sie lediglich Betreiber eines Bikeforums sind und ihren Mitgliedern die Möglichkeit bieten, deren Fahrstrecken hochzuladen und zu visualisieren. Die Forenbetreiber wären dann illegale Kartennutzer, aber wie schon gesagt, es ist heutzutage schwer, legal zu bleiben... Übrigens, obige Fotostellen liegen auf dem Weg zur Bergstation der Gornergratbahn (das mit dem See), auf dem Aufstieg zum Albhubel und auf dessen Gipfel. Die Koordinaten sind nur grob geschätzt, aber zur freien Verwendung, hingehen müsst Ihr selber ;-) Saturday, 15. November 2008Es dampft
Sie sind bei unserem Geothermieprojekt auf das gestossen, was sie gesucht haben.
![]() Die nächtliche Beleuchtung der Bohrstelle wurde vermutlich auch ein bisschen dem festlichen Ereignis angepasst:
Mehr Medienkompetenz!
Wenn ich als linker Hinterbänkler mal ganz gross rauskommen wollte, würde ich wikipedia.de per Einstweiliger Verfügung abschalten lassen.
Nur so könnte ich sicherstellen, dass im deutschen Internet wirklich intensiv darüber diskutiert wird, was einen auf 5 Jahre "verlängerten Wehrdienst beim MfS als Personenschützer" von einer Festanstellung bei der Stasi unterscheidet. Ausserdem würde sich so auch endlich ein breites Publikum für Artikel aus den Lübecker Nachrichten interessieren, wo die falsche Behauptung aufgestellt wird, ich würde meinen Ex mit SMSen bedrohen und deshalb sei meine Immunität als Bundestagsabgeordneter aufgehoben worden (was ebenfalls nicht stimmt). Bisher waren die Lübecker Nachrichten vermutlich eher regional von Bedeutung. Ausserdem könnte ich damit gut zeigen, dass ich zwar ganz toll in der Wikipedia meinen eigenen Eintrag redigieren kann, aber null Ahnung davon hab, wie die Wikipedia funktioniert. Die Artikel liegen ja nicht bei wikipedia.de sondern bei de.wikipedia.org, und um die abzuschalten bräuchte ich einen amerikanischen Richter. Friday, 14. November 2008Echt mystery
Ich muss in ein Zeitloch gefallen sein...
Gerade hab ich auf Pro 7 noch den letzten gesprengten Drachenschädel in Die Herrschaft des Feuers explodieren sehn. Danach kam dann Galileo Mystery und ich hab mich schon so auf die Experten gefreut, die mich durch die Welt der Drachenbeschreibungen von grauer Vorzeit bis zu der Parallele mit den Ufosichtungen führen würden. Im Gewölbe mit schönen alten Drachenbildern von alten Landkarten, stets wissenschaftlich raunend und mit tollen Computersimulationen, die mir beweisen würden, dass sowas wie Drachen garnicht fliegen konnten. Stattdessen irgendwas mit Wunderheilern. Dabei war doch bisher immer so passend bei den Galileos: Nach Religion kommt "Bibelcode", nach Werwolf gehts ins Gévaudan und nach Dracula kommt unweigerlich die nachgespielte Szene einer Vampiruntersuchung im 18. Jahrhunderts. Diesmal nicht, wirklich mysteriös, fast so, als sollte da etwas verschwiegen werden... Dabei hätte man auf Vorlagen zurückgreifen können. Wie zu allen Galileo Mystery-Themen gibts auch dazu ein P.M. Special.
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