Donnerstag, 4. März 2010Ernsthaft?Da helfen auch keine Ermahnungen aus der Wirtschaft. Vielleicht liegts daran, dass ich mir schon immer schwer fiel, Mathias Richling von Host Köhler zu unterscheiden und bei Angela Merkel immer an Urban Priol denken muss: Ich kann Kabarett und Politik nicht mehr unterscheiden. Falls mal die Griechen von uns verlangen, Inseln zu verkaufen, empfehle ich dem solventen Investor die Roseninsel, die Sassau gefällt mir auch recht gut. Einen nicht vollständigen Katalog Dienstag, 2. März 2010Kirchliche ZuständigkeitenErst dachte ich ja, mein Wissen über katholische Klöster sei dank zu starker Prägung durch den "Namen der Rose" irgendwo im Mittelalter stehengeblieben und war verwirrt, dass ein Bischof einfach so den Rücktritt eines Benediktinerabts fordern kann, blos weil das Kloster zufällig in seinem Bezirk liegt. Dabei ist das nur die Aussendarstellung des Ordinariats, die ganz leise auch mal korrigiert wird:
Was mich nur wundert: Warum schicken Leute Solidaritätsbekundungen mit dem Abt nach München, statt sich nach Niederaltaich an den Zuständigen zu wenden? Das sind doch alles fromme Katholiken und mit den Regeln, Traditionen und Hierarchien ihrer Kirche vertraut. Montag, 22. Februar 2010Sprichwörtliches
27. Einen Knaben à la Jesuite behandeln. Ich glaube, der Bischof Mixa hat Unrecht. Der Einfluss der sexuellen Revolution auf das klerikale Leben der letzten 140 Jahre wird von ihm deutlich überschätzt. (Zitat aus der Volltextbibliothek bei www.zeno.org; Bild: Gipfelkreuz auf dem Sonnenberg) Dienstag, 16. Februar 2010Wie funktioniert die Ortung mit IP-Adressen?Die Geocounter-Seite wird immer wieder mal von Leuten verlinkt, die eine IP-Adresse orten wollen. Gelegentlich passiert das in Diskussionsforen und ich kann gespannt mitverfolgen, wie diese Seite ankommt. Die Reaktionen darauf sind recht unterschiedlich: von "Hilfe ich werde überwacht" bis zu "So ein Scheiss, der Ortet mich ja nichtmal auf 10km genau" oder "Da wird eh nur der Provider geortet". Bisschen Angst machen mir die Einträge der Art "Jetzt weisst Du, wo das Haus von diesem Halunken wohnt", diese Einträge waren der Grund für den langen Beipackzettel auf der Ortungsseite, aber das ist halt Text und Text liest keiner, wenns auch Bilder gibt. Auf jeden Fall scheint diese Ortung mysteriös zu sein, und ich dachte, ich schreib mal, wie sowas funktioniert. Die Beispiele sind alle aus der Datenbank von maxmind. Die haben eine kostenpflichtige, für richtige Kunden, die mit der Anwendung Geld verdienen und eine kostenlose, für Hobbyanwender wie mich. Die kostenlose ist brauchbar, aber absichtlich schlechter als die Kaufversion. Ausserdem sind die Beispiele alle aus meiner Gegend, weil da kenne ich mich aus. Wie sieht so eine Datenbank aus?Das ist einfach eine Liste von IP-Adressbereichen, Koordinaten, Ortsnamen und evtl. noch ein bisschen Zusatz wie Land, (Postleitzahl), Verwaltungseinheit, also z.B. so: 10.12.37.0 bis 10.12.37.7, Deutschland, Bayern, 85652, Pliening, 48.2 Nord, 11.8 Ost Wie genau ist die Koordinate?
Wie man oben sieht, gibt es keine weitere Unterscheidung unterhalb des Ortes, die Strasse wird nicht erwähnt. Das ist auch bei grossen Gemeinden so, "48.15 Nord, 11.5833 Ost" z.B. steht für alle IP-Adressen in München. Falls eine Anwendung das in eine Landkarte umsetzt, wird sie zwar eine Nadel mit höchster Präzision in der Veterinärstrasse einschlagen, und tolle Genauigkeit suggerieren, sie meint damit aber eigentlich das gesamte Stadtgebiet. Man kann also niemals erfahren, wo jemandem sein Haus wohnt, und es hat überhaupt keinen Sinn, einen so georteten Betrüger die Fenster einzuwerfen, man trifft den falschen. Die Daten für die Zuordnung von Ortsnamen zu Koordinaten scheinen bei den meissten Anbietern vom Gazetteer der NGA zu stammen, einer freien, sehr vollständigen, aber oft etwas ungenauen und schlecht gepflegten Datenbank. Wo kommen die Daten her?Das ist das grosse Geheimnis der Datenbankmacher... Ich denke in erster Linie aus whois-Einträgen. Der whois-Eintrag zu einer IP-Adresse wird bei der Vergabe einer IP-Adresse vom übergeordneten Provider festgelegt. Letztendlich entsteht so eine Datenbank, die für jede IP-Adresse festlegt, wer für sie zuständig ist. Häufig steht da der Provider selbst drin, besonders bei Einwahlprovidern, häufig wird der Eintrag aber selbst für kleine IP-Adressbereiche von 1 oder 8 IP-Adressen gepflegt. Das ist als Quelle relativ gut, kleine IP-Adressbereiche sind kleine Firmen mit nur einem Standort. Bei grösseren Netzbereichen, z.B. dem Netz der Telekom wirds schwierig (und auch spürbar ungenauer), da wird wohl auch viel geraten. Vielleicht haben die Hersteller Referenzkunden, die ihnen sagen, welche IP-Adresse sie gerade zugewiesen bekommen haben und wo sie wohnen. Vielleicht verlassen sie sich auch aufs Routing. Zur Zeit wird z.B. die IP-Adresse 79.230.121.x von der Telekom über einen Router namens "M.NET" geleitet, die IP-Adresse 79.230.231.x dagegen über "SI.NET". Der erste steht in München, der zweite in Siegen. Entsprechend sind auch die Daten von Maxmind. Genauer gehts leider nicht. Dafür spricht auch meine Beobachtung, dass ich zwar immer im Umkreis von 20km, aber fast nie in der richtigen Gemeinde geortet werde, derzeit sitze ich fast immer in Pliening. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass mein Provider so genaue Unterschiede macht. ich denke, der weist einfach die nächste freie IP-Adresse aus der Gegend dem nächsten Kunden zu, wobei "Gegend" für ihn sicher etwas grösseres als eine Gemeinde ist.
Was kann mit dieser Ortung anfangen?
Was kann man nicht?
Falls man eine bessere Ortung wünscht, darf man sich nicht auf die IP-Adresse verlassen. Dazu gibts GPS, WLAN-Ortung oder die Netzinformationen der Mobilfunkbetreiber. (Bild: Karte von Openstreetmap unter cc-by-sa-Lizenz) Mittwoch, 10. Februar 2010Offiziere und GentlemenMerkwürdig, einerseits brauchen wir unbedingt die Wehrpflicht, um unsere Armee im demokratischen Staatswesen zu verankern und eine Brücke zwischen Militär und Gesellschaft zu bilden, weil unsere Berufssoldaten anscheinend sonst aus dem Ruder laufen würden. Andererseits sind es immer die wehrpflichtigen Mannschaftsdienstgrade, die unsere Streitmacht mit abstossenden Ritualen in den Schmutz ziehen und ihre vorgesetzten Offiziere und Gentlemen überraschen, dass sowas in ihrem Verein möglich ist. Bei mir ists ja schon eine Zeit her, aber wir haben unsere Zettler bei aller gepflegter Abneigung nie von unseren furchtbaren Exzessen ausgeschlossen. Nur Massbandsaufen ging halt nicht bei denen. Mein Jahrgang müsste jetzt so langsam in der Gegend zwischen Spiess und Bataillonskommandeur angekommen sein und ist sicher ganz überrascht, dass sowas in seinem Verein möglich ist...
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